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Hier finden sich Gedanken und Ideen rund um die Themen Gesellschaft und Nachhaltigkeit.
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ch@christianhofmann.org

Donnerstag, 9. April 2020
Corona und Visionen

„Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen“, so bewertete H.Schmidt 1980 die Visionen Willy Brandts.
Heute in der Corona-Krise mag der eine oder die andere ähnliche Gedanken haben. „Jetzt geht es nicht um Aufarbeitung für Lernprozesse, sondern darum, die Gegenwart zu bewältigen nach Regeln, für die es kein Muster gibt. Das stellt uns alle vor enorme Herausforderungen.“ beurteilte der Tagesspiegel Checkpoint recht früh die Lage.
Doch das eine schließt das andere nicht aus, im Gegenteil, das eine (die Krise bewältigen) wird mit dem anderen (die Vision für die Zeit danach) besser zu bewältigen sein. Auch Transparenz ist ohne eine Idee darüber, wie es danach weitergehen könnte, nur halb so viel wert.
In der ZEIT lobt P.Pinzler U.v.d.Leyen: „Europa solle die ökologische Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft zum eigenen Zukunftsprojekt machen. Solche Reden verändern die Realität sicher nicht unmittelbar, aber sie können ermutigen und beflügeln – und vielleicht sogar bei anderen Menschen, Organisationen und Unternehmen schlummernde Kräfte freisetzen.“
Im April äussert sich v.d. Leyen im Interview mit B.Ulrich: „Der Kurs bleibt. Der Green Deal ist die neue europäische Wachstumsstrategie. Unser bisheriges Wachstumsmodell beruhte auf Raubbau an der Natur und auf Externalisierung der Kosten bis hin zu den globalen Müllhalden. (…) Wir wissen spätestens durch die Corona-Krise: Es führt kein Weg zurück ins alte Verhalten.“ (ZEIT 2020/16)
Recht hat sie!
Beschränken wir uns nur auf das Mögliche, unmittelbar notwendige, schränken wir unser Denken ein, beschränken wir unsere Möglichkeiten, eben weil wir das angeblich Unmögliche nicht mitdenken. Und die Coronakrise zeigt ja, das Vieles möglich ist, was vor 4 Wochen noch absolut unmöglich erschien.
Visionen sind die „Wiedereinführung des Unmöglichen in die Sphäre des Möglichen“. Sie erzeugen die notwendige „kreative Spannung“ und Kraft, um die scheinbar absoluten Grenzen des Möglichen zu erweitern und neues, innovatives Handeln anzuregen und zu beflügeln. „Sie richten aus, sie motivieren, sie dienen als Entscheidungsprämisse (..) Und Kraft wird man brauchen, wenn man die Welt verändern will" (Friedrichs, Jung, (2010), das Unmögliche wird eine Weile dauern, in Revue für postheroisches Management Heft 5)
G.Bachmann, der scheidende Generalsekretär des Nachhaltigkeitsrats hat sinngemäß mal gesagt: „Wer sich nur erreichbare Ziele setzt, hat nichts vor“
Man könnte auch sagen: Wer keine Visionen hat, sollte zum Arzt gehen! Gerade in Zeiten der Krise.

Dienstag, 7. April 2020
Ja mach nur einen Plan

… und sei ein großes Licht! Es scheint, dass einige unserer Entscheidungsträger*Innen nur diese beiden Zeilen des bekannten Brecht-Liedes betrachtet haben. Schon 2012 hat das RKI in einer Studie für die Bundesregierung auf die Bedeutung der Schutzausrüstung für eine mögliche Pandemie hingewiesen. (Wer war doch gleich Gesundheitsminister damals: der smarte Herr Bahr von der FDP). 2007 und 2013 gab es Katastrophenschutz-Übungen zu ähnlichen Szenarien. Ergebnis: Alles wird gut. Alle wiegten sich in Sicherheit.
Doch nun erkennt man den Unterschied zwischen Szenario, Übung und Wirklichkeit. Diese zeigt ein kostenminimiertes, time-to-market und Gewinnmaximiertes System, das auf Kante gestrickt ist. Auch das on-demand-Versprechen einer prozessoptimierten Wertschöpfung und Lieferkette basiert auf Demand-Annahmen, die ganz offensichtlich Ausnahmesituationen, wie wir sie gegenwärtig erleben, nicht berücksichtigen. Obwohl Szenariotechniker*Innen immer wieder darauf hinweisen, dass wir die Zukunft nicht mit dem Blick in den Rückspiegel (big data) erkennen können, sondern uns auf alle wahrscheinlichen Szenarien möglichst gut vorbereiten sollten. Das kostet natürlich, Geld und Ressourcen und irgendwann auch Menschenleben. Aber offensichtlich hat man das Eintreffen des Übungsobjektes nicht als sehr wahrscheinlich eingeschätzt – wider besseren Wissens?
Das betrifft ja nicht nur die Coronakrise, sondern bei genauerem Hinsehen fast alle unsere Lebens- und Wirtschaftsbereiche. Wobei ja nicht das wirtschaftliche Interesse an sich das Problem ist, sondern das kurzfristige Interesse an der Profitmaximierung ist das Problem und langfristig ist dies ja auch unwirtschaftlich, bei Licht betrachtet.
… und mach nur eine zweiten Plan, geh’n tun sie beide nicht…..
Daran ändert auch das derzeitige gute Krisenmanagement der Regierung nichts, das zweite Gesicht der Regierung zeigt sich im Verhalten auf europäischer Ebene. Man darf nicht nur von Werten und Solidarität reden, sondern muss auch danach handeln. Aber das ist eine eigen Beobachtung und Reflexion wert.


Sonntag, 5. April 2020
FFF, Corona und die Wissenschaft

vom 20.3.2020
Während die Wissenschaft und auch die Bewegung, die sich auf die Wissenschaft beruft, in Sachen Klimakrise und Nachhaltigkeit gegen eine Mauer der Unbeweglichkeit läuft, übernehmen angeblich in der Coronakrise die Virologen die Macht.
Der unterschiedliche Umgang mit wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigt aber gerade das, worauf der Virologe Drosten immer wieder hinweist: der Primat der Politik.
Diese entscheidet in Zeiten von Corona anders als im Falle Klima und Nachhaltigkeit. Doch das Muster scheint das Gleiche. Es ist eben nicht so, dass jetzt die Virologen die politische Macht übernehmen. In einer unmittelbaren, fühlbaren Krisensituation, die neu ist und in der bekannte Regeln und Verhaltensmuster nicht greifen, die aber unmittelbares Handeln erfordert, greift die Politik auf die Wissenschaft zurück – um letzten Endes die bestehenden Verhältnisse zu bewahren.
Dies zeigt sich deutlich in der Europapolitik, wo scheinbar alte Muster noch zu gelten scheinen und die Regierung weiterhin eine harte und unsolidarische Politik im Interesse der deutschen Wirtschaft betreibt. Und es wird sich auch zeigen, wenn der Lockdown länger anhält und es um die Exit-Strategien geht: Zurück zu altem Wachstumsdenken oder zukunftsorientierte Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft.
„Wir wissen, dass politischer Wille, wenn er denn da ist, Berge versetzen kann. Das erfahren wir in der Corona-Krise gerade hautnah. Was dieser Tage politisch abgeht, entblößt am Ende des Tages auch die Verweigerungshaltung der Bundesregierung, die Klimawissenschaft ernst zu nehmen und das Pariser Abkommen einzuhalten.“ (L.Neubauer im ZDF https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/corona-fridays-for-future-klimaziel-100.html )
Und weiter: „Wir können Krisen also ernst nehmen, wenn wir wollen! Und wir können ungeahnte Solidarität und Bereitschaft zu handeln zeigen. Im besten Falle machen wir diese Krisenerfahrung zu einer Krisenbewältigungserfahrung und konservieren diese Erfahrungen für die Klimakrise. In all dem Chaos, all dem Leid und der Belastung kann das doch ein zarter Hoffnungsschimmer sein“. (https://www.rnd.de/wissen/fridays-for-future-oder-corona-verdrangt-corona-die-sorge-um-das-klima-interview-mit-luisa-neubauer-P4V6CDVRQRDB7HKJFKXQ63FLVI.html)
Und die wichtigste Erkenntnis ist wohl: Wir können wenn wir denn müssen, vor allem, wenn wir denn wollen!

Sonntag, 5. April 2020
Eurobonds

Fischer und Gabriel haben im Tagesspiegel auf die wirtschaftliche, soziale und auch moralische Verantwortung Deutschlands in Europa hingewiesen. Deutschland kann nicht immer nur profitieren (selbst aus der Griechenlandkrise hat Deutschland einen finanziellen Vorteil gezogen) Es muss auch für die Gemeinschaft einstehen. Wie kann ein Land, dem die Welt und seine Nachbarn wieder auf die Beine geholfen haben, nachdem dieses Land in zwei Kriegen unvorstellbares Leid über die Welt gebracht hat, diesen Ländern die Solidarität verweigern? In der Coronakrise zeigt sich diese Haltung in ihrer ganzen Härte, nur sehr schwach übertüncht durch die Aufnahme einiger schwerkranker Coronapatienten aus anderen Ländern.
Aber diese Haltung zeigt sich schon länger auch in Fragen des Klimaschutzes und der Nachhaltigkeit, wo den schönen Reden in Davos und anderswo die harte Be- und Verhinderung europäischer Regulierungen zum Schutz der Cash-Cows der heimischen Industrie folgt. Bei genauerer Betrachtung ein Bärendienst! Und in der Coronakrise ein schäbiges Verhalten!

Mittwoch, 25. März 2020
Das freundliche Gesicht der Krise

„Corona hat unser Land verändert“, wird Staatssektretärin Sawsan Chebli im Tagesspiegel Checkpoint (25.3.) zitiert. „Ich meine nicht den Stillstand und die plötzliche Ruhe auf den Straßen und Plätzen.... Ich meine – nach all dem Hass, dem Rassismus und der Spalterei der letzten Zeit – das freundliche Gesicht, das unsere Gesellschaft angesichts der großen Herausforderung durch das Virus zeigt“ Das stimmt schon, aber ist der Hass und die darunterliegende Angst vor den Folgen der globalen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung damit weg? Oder wird beides nicht überlagert und zT verdrängt durch die aktuelle Krise und deren Bewältigung? Vielleicht liegt es auch bisschen daran, das wir nun wieder „unter uns“ sind, die Grenzen zu in der Hoffnung, dass Viren und andere Probleme draußen bleiben. Und drinnen werden die Risikofaktoren isoliert, Alte über 70 in die Quarantäne. (Funktioniert nur leider nicht, wie eine englische Studie nachweist!)

„Grenzen dicht machen, Isolation, das scheint die Lösung für beides: Migranten und Viren.“ Schreibt F.Simon in seinem Blog und seine Hypothese warum die aktuellen gesellschaftlichen Einschränkungen „so wenig Widerspruch und (überwiegend) Akzeptanz in der Bevölkerung zu finden scheinen“ lautet „dass die Migrationsfrage bzw. die öffentliche Auseinandersetzung darüber während der letzten Jahre, in der genau solche „Lösungsmuster“ (Mauern bauen, Grenzen schützen, Fremde in „Quarantäne“-Lager sperren – nur länger halt - usw.) propagiert wurden, diese Art der Lösungsmuster popularisiert hat.“ (https://www.carl-auer.de/magazin/kehrwoche/viren-und-andere-migranten )
Die große Solidarität ist offenbar eine lokale, die schnell an ihre individuellen (Klopapier hamstern, Masken klauen auf Intensivstationen) auf föderalen, nationalen und europäischen Grenzen stößt.

Hoffen wir auch, dass der Zusammenhalt der Menschen ausreicht, um auch die sozialen Probleme, die durch die Folgen der Krise und die Einschränkungen entstehen zu bewältigen

Das soll die große Hilfsbereitschaft nicht diskreditieren. Sie zeigt das große positive Potenzial, das in uns und in der Gesellschaft steckt! Das freundliche Gesicht: wir werden es bei der Bewältigung der großen Herausforderungen, die nach der Corona-Krise kommen noch bitter nötig brauchen! Ich hoffe, wir können es bewahren!

Montag, 23. März 2020
Tesla und der Kiefernwald

Das Oberverwaltungsgericht Brandenburg hat die Eilanträge gegen das Abholzen der Kiefernbestände auf dem Gebiet der geplanten Teslafabrik in Brandenburg abgewiesen. Man muss die Argumente der Kläger nicht gutheißen, um zu erkennen, dass sie (ungewollt?) allen Beteiligten einen guten Dienst erwiesen haben.
1. Es hat sich gezeigt, dass die viel gescholtene Bürokratie auch schnell und flexibel reagieren kann, sowohl vor der Klage (vorzeitige Genehmigung unter strengen Auflagen) als auch danach (schnelle gerichtsfeste Bereitstellung der Entscheidungsgründe für das Gericht)
2. Auch die Gerichtsbarkeit hat gezeigt, dass sie schnell entscheiden kann
3. In diesem Lande können Entscheidungen der Exekutive, vor allem, wenn sie die eigentlich vorgesehenen Prozesse nicht exakt einhalten, durch die Judikative überprüft werden. Das macht Rechtsstaat aus!
4. Die Beteiligten Akteure können die bestehenden Regeln in einer Situation voller Dilemmata (Abschluss des Genehmigungsverfahrens vs. Termin für die Abholzung Ende Februar; Interesse an Bestand der Kiefernplantage vs. Ansiedlung von Arbeitsplätzen im Osten Deutschlands) in rechtsstaatlicher Weise flexibel anwenden. Das zeigt, dass der Rechtsstaat funktioniert.
Insofern gewinnen eigentlich (fast) alle. Um die kommenden Herausforderungen bei der notwendigen Umwälzung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse bewältigen zu können, werden wir häufig ähnliche Dilemmasituationen in dieser rechtsstaatlichen Wiese auflösen müssen. Sowohl die Exekutive als auch die Judikative benötigt hierzu aber auch die erforderlichen Ressourcen.
Und die beteiligten Akteure müssen sich dem Dialog stellen und einen fairen Interessenausgleich anstreben.
Ob die bestehenden Regeln den Herausforderungen von Klimakrise und Erdüberlastung noch angemessen sind, muss in einem politischen Prozess geprüft werden. Transparenz und Ehrlichkeit in der Kommunikation über die Notwendigkeit der Lebens- und Anspruchsverhältnisse werden mitentscheidend darüber sein, ob dieser Prozess in Friedlichkeit ablaufen wird.

Montag, 23. März 2020
social distancing?

Wir sollten den Begriff "social Distancing" nicht benutzen. Er führt in die Irre. Notwendig ist eine räumliche, körperliche (Ulrike Lüken gestern abend) Distanzierung. Was wir brauchen in dieser Zeit ist ein "distanced socialising" um den sozialen Zusammenhalt zu erhalten. Und ein Nachdenken über die Zeit danach und die Menschheitsaufgabe, die dann immer noch vor uns steht: Klimakrise, Erdüberlastung und deren Folgen.

Wer das engliche Wortspiel nicht mag, hier die deutsche Version.
Ich denke, es sollte nicht um soziale Distanz gehen, sondern um
Aufrechterhaltung der sozialen Nähe bei Einhaltung der absolut notwendigen und erforderlichen räumlichen, körperlichen, physischen Distanz.

Der englische Begriff steht, trotzdem sollte auch sprachlich immer mal wieder reflektiert werden, um was es geht.

Dienstag, 17. März 2020
Wirtschaftskompetenz, Nachhaltigkeit und die CDU

„Es gibt Wahrheiten, die schleichen sich so leise an, dass das Land sie kaum bemerkt. Eine solche Wahrheit, die es noch nicht ins Bewusstsein vieler Bürger geschafft hat, ist diese: Wer sich heute um die Zukunft des Landes kümmern will, muss etwas von Wirtschaft verstehen.“ Schreibt Lisa Nienhaus heute in der Zeit (ZON, 22. Februar 2020, 11:27 Uhr)
Eine gute Überlegung, die leider nur die halbe Wahrheit enthält (Wenn es denn hier überhaupt Wahrheiten gibt). Denn wer Wirtschafts-Kompetenz nicht mit Nachhaltigkeit verbindet, der wird keine Lösungen in Zeiten von Klimakrise und Erdüberlastung und den daraus folgenden verheerenden Bedrohungen für das (Über)leben auf diesem Planeten finden.
Es sei daran erinnert, dass Nachhaltigkeit nicht nur Ökologie bedeutet: „Nachhaltige Entwicklung beschäftigt sich mit der Frage, wie die Bedürfnisse der Gesellschaft innerhalb der ökologischen Grenzen des Planeten erfüllt werden können, ohne dabei die Bedürfnisse zukünftiger Generationen zu gefährden. Nachhaltige Entwicklung hat drei Dimensionen: eine wirtschaftliche, eine soziale und eine umweltbezogene, die voneinander abhängig sind“ (DIN ISO 26000 S.24).
Nehmen wir die beiden großen Zukunftsthemen Digitalisierung und Klimaschutz. Beide sind eben nicht getrennt zu behandeln. Gerade die Digitalisierung entpuppt sich als Teil des Problems Klimakrise. Und auch die anderen benannten Probleme der Welt vom steigenden Nationalismus über Handelskriege bis zur Herausforderung China und den wieder anwachsenden Migrantenströmen oder Pandemien – für alle werden erst zukunftsfähige Lösungen gefunden werden, wenn sie unter dem Gesichtspunkt einer globalen nachhaltigen Entwicklung betrachtet werden. Gerade für ein global aufgestelltes Industrieland wie Deutschland.
Wir sollten Frau Nienhaus also zustimmen und ergänzen: Wer sich heute um die Zukunft des Landes kümmern will, muss etwas von Wirtschaft und Nachhaltigkeit verstehen.
Leider hat sie dieses erweiterte Bewertungskriterium bei der Analyse der 4 Kandidaten nicht wirklich angelegt.

Dienstag, 17. März 2020
Leave no one behind!

Die Bedeutung dieser (Auf)forderung der Agenda 2030 gewinnt durch die Corona Krise eine neue Bedeutung! Es geht sehr nah um die Beschäftigten im Gesundheitswesen, um Allein-Erziehende, Alte, es geht um die Künstler*innen und Selbstständigen, auch um die Armen dieser Wohlstandsgesellschaft, die sich keine Vorratskäufe leisten können.
Aber es geht nicht nur um diese!
Es geht auch weiterhin – und möglicherweise noch viel mehr – um die Flüchtlinge, um die Menschen in den Risikogebieten, nicht nur in Deutschland.
Dem Bundespräsidenten ist zuzustimmen: „Wir haben es in der Hand, ob Solidarität nach innen und nach außen die Oberhand gewinnt – oder der Egoismus des Jeder-für-sich“

Dienstag, 17. März 2020
Corona und die Warenwirtschaft

Corona zeigt, wie anfällig unser digitales prozessoptimiertes und rein finanzorientiertes Wirtschaftssystem - aber auch unser Konsumverhalten ist. Sowohl im medizinischen wie auch im Warenwirtschaftsbereich.
Die Frage ist, welche Lehren werden wir nach Bewältigung der Krise daraus ziehen hinsichtlich einer nachhaltigen Transformation unserer Lebens- und Wirtschaftsformen.
Corona hebt die Notwendigkeit der "großen Transformation", die durch die Agenda 2030 der Vereinten Nationen aufgezeigt wird, nicht auf, sondern bestärkt diese sogar!
"Leave no one behind", das gilt auch für die Corona-Krise

Samstag, 14. März 2020
Die Radikalität von FFF

„Vermutlich wäre es nie zuvor möglich gewesen, mit einer derart harmlosen Forderung so viele Menschen auf die Straße zu bringen. Die Radikalität dieser Protestbewegung liegt auch darin, dass sie so wenig radikal ist wie kaum eine vor ihr.“ Schreibt die ZEIT (7/2020) in einem Dossier über die Zukunft von Fridays for Future.
Nun ist die Forderung der Bewegung keineswegs harmlos, wie es im Dossier heisst und im Gegenteil sehr radikal. Auch wenn sich dies vielleicht nicht sofort beim Anblick der Freitags-Demos erschließt.
Die Umsetzung der Forderung (nach max 1,5 Grad Erderwärmung) ist eine „Frage des Überlebens“ und erfordert eine Transformation von gigantischem historischem Ausmaß“ nämlich „die gesamte Art des Wirtschaftens und des Lebens, wie wir es uns im Industriezeitalter angewöhnt haben, in den nächsten 30 Jahren zu verlassen." So hat es die Kanzlerin in Davos formuliert.
Eine größere Radikalität kann ich mir kaum vorstellen!
Leider geht das Handeln ihrer Regierung in genau die entgegengesetzte Richtung. Da möchte man ihr mit B.Schlink zurufen: „Weil die Wahrheit dessen, was man redet, das ist, was man tut, kann man das Reden auch lassen“
Fridays for Future und wir alle werden noch oft auf die Straße müssen, um das Handeln der Regierenden in die notwendige Richtung umzulenken

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