Nachhaltige Entwicklung

Notwendigkeit und Herausforderung

Unternehmen und Organisationen müssen sich heute in einer globalisierten Umwelt mit zum Teil völlig veränderten und neuen Herausforderungen ökonomisch bewähren und gesellschaftlich in zunehmenden Maß auch legitimieren. Instabilität, Ambivalenz und immer schnellerer Wandel kennzeichnen die Situation und verlangen eine schnelle Reaktion auf immer neue Herausforderungen.
Auch wenn die Macht der Finanzmärkte und Shareolder-Value-Konzepte übermächtig erscheint, so zeigt sich doch, dass nachhaltige, an Werten orientierte und langfristige Entwicklung sowohl sinnvoll und möglich als auch wirtschaftlich und gesellschaftlich geboten ist. Das Management der hiermit verbundenen Veränderungs- und Wandlungsprozesse wird zur Hauptaufgabe der Führung und zur Voraussetzung der Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit der Organisation. Es ist keine Frage des „ob“, sondern des „Wann und Wie“ sich die Organisation der Herausforderung der Nachhaltigkeit stellt.

Beyond Compliance

(Wirtschaftliche, unternehmerische) Freiheit braucht Regulierung und Verantwortung, sonst bleibt sie orienterungslos.
Die Praxis der gesellschaftlichen Akteure (Wirtschaftsunternehmen, staatliche wie nichtstaatliche Institutionen, Individuen etc.) erfordert im Kleinen (Arbeitsplätze, Sozialwesen…) wie im Großen (Klima, Energie, Ernährung...) konkrete Entscheidungen und gemeinsame Leitplanken des Handelns
Dies beschreibt eine neue Sicht auf die Compliance: Regelkonformität wird nicht mehr nur legalistisch formal betrachtet und angegangen ("Hard-Law-Compliance") sondern orientiert sich an freiwilligen Selbstverpflichtungen gegenüber „Soft Law-Regelungen“, die den Werten der eigenen Organisation entsprechen. Nachhaltiges Handeln aus gesellschaftlicher Verantwortung als Grundprämisse sichert die Zukunftsfähigkeit und damit den wirtschaftlichen Erfolg.

 

Nachhaltigkeit als Prozess

In der Praxis des Tagesgeschäfts müssen ununterbrochen konkrete Entscheidungen getroffen werden. Dies erfordert das Umgehen mit widersprüchlichen und auch gegensätzlichen Interessen, Erwartungen und Einflüssen, das Ausloten von Möglichkeiten und die Berücksichtigung unterschiedlichster Handlungsbeschränkungen. Nachhaltigkeit erfordert das Management von Widersprüchen, Ambivalenzen, Konflikten und Kräftefeldern der verschiedenen internen und externen Umwelten. Ein Ausbalancieren all dieser Faktoren in ihren komplexen Zusammenhängen scheint in Form eines eindeutigen Zustands „Nachhaltigkeit zum Zeitpunkt x“ nicht möglich zu sein. Die aktive Umsetzung einer nachhaltigen Unternehmensführung erfordert einen (kontinuierlichen) Entwicklungs- und Managementprozess: die kontinuierliche Anpassung und Veränderung der Organisation auf allen ihren Ebenen: Strategie, Struktur und Kultur.
Dies gilt sowohl für die Gesamtorganisation als auch für einzelne Projekte und Vorhaben: aus einem kontinuierlichen, sequentiellen Verbesserungsprozess entstehen simultane, gleichzeitige Entwicklungsprozesse auf unterschiedlichen Ebenen und verschiedenen Bereichen der Organisation.
Nachhaltigkeit erfordert Ganzheitlichkeit!

 

Ganzheitlichkeit bedeutet aber auch einen erweiterten Blick auf die Umwelten und Kontexte der Organisation. Ein Überleben der Organisation als soziales System ist ohne ihre relevanten Umwelten nicht denkbar. Bedeutende Entscheidungsprämissen unternehmerischen Handelns resultieren daher aus den Interessen, Einflüssen, Erwartungen und Einwirkungen denen die Organisation ausgesetzt ist.

 

Anfangen: Eine bewußte Entwicklung beginnen!

Sowohl die gesellschaftlichen und politischen als auch die Marktzwänge führen dazu, dass sich Unternehmen vermehrt mit dem Thema auseinandersetzen müssen. Man wird aber nicht die gesamte Organisation mit einen Schlag auf den Kopf bzw. auf nachhaltige Füße stellen können. Zudem gibt es in dem oben beschriebenen komplexen Umfeld eben keine eindeutige und klare Antwort auf die Frage nachhaltig oder nicht. An vielen Stellen wird bereits über nachhaltige Lösungen nachgedacht und nach Antworten gesucht, ohne dass dies so bezeichnet und an die große Glocke gehängt würde. Es geht nicht nur um eine Veränderung, sondern durchaus auch um ein Bewahren und / oder eine neue Form der Nutzung von Fähigkeiten, Ressourcen und Verhalten. Jedes Unternehmen wird an die eigene Situation anschliessen und seinen eigenen angemessenen Weg finden müssen.


Die gesellschaftliche Verantwortung (CSR) liegt in der Verantwortung der Unternehmensführung. Sie kann einen bewußten Prozess in Gang setzen, der Nachhaltigkeit zu einer integrierten Prämisse des gesamten unternehmerischen Handelns der Organisation und ihrer Führung macht.